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Kaufnebenkosten in Sachsen: Was kommt auf Sie zu?

Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler – wir schlüsseln alle Kaufnebenkosten in Sachsen auf und zeigen, wie Sie diese einplanen.

Warum Kaufnebenkosten so wichtig sind

Der Kaufpreis einer Immobilie ist nur ein Teil der tatsächlichen Kosten. Die Kaufnebenkosten addieren in Sachsen typischerweise 8 bis 10 % auf den Kaufpreis – bei einer Wohnung für 250.000 € also 20.000 bis 25.000 €. Diese Kosten werden von Banken in der Regel nicht mitfinanziert und müssen aus Eigenkapital bezahlt werden. Wer sie nicht einplant, steht vor der Finanzierung vor einem Problem.

Grunderwerbsteuer: Der größte Posten

In Sachsen beträgt die Grunderwerbsteuer 5,5 % des Kaufpreises. Sie ist die größte Einzelposition unter den Nebenkosten und wird vom Finanzamt nach der Beurkundung festgesetzt. Die Zahlung ist Voraussetzung für die Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Bei einem Kaufpreis von 250.000 € sind das 13.750 €.

Wichtig: Die Grunderwerbsteuer fällt auf den gesamten Kaufpreis an – inklusive übernommener Einbauküche oder Inventar. Tipp: Wenn bewegliches Inventar (Küche, Markisen, Sauna) im Kaufvertrag separat ausgewiesen wird, fällt darauf keine Grunderwerbsteuer an. Der Betrag muss allerdings realistisch sein.

Notar- und Grundbuchkosten

Der Notar ist beim Immobilienkauf in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Die Kosten für Beurkundung, Abwicklung und Grundbucheintragung betragen zusammen ca. 1,5 bis 2,0 % des Kaufpreises. Diese Gebühren sind gesetzlich geregelt (GNotKG) und bei allen Notaren gleich – ein Vergleich lohnt sich also nicht beim Preis, aber sehr wohl bei der Erreichbarkeit und dem Service.

Maklerprovision

Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland das Bestellerprinzip für Kaufverträge: Die Maklerprovision wird in der Regel hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. In Sachsen liegt die übliche Gesamtprovision bei 5,95 % (inkl. MwSt.), also ca. 2,975 % für jede Seite. Bei einem Kauf ohne Makler entfällt dieser Posten – allerdings verzichten Sie dann auch auf professionelle Begleitung, Marktkenntnis und Verhandlungsführung.

Weitere mögliche Kosten

Je nach Situation können weitere Kosten anfallen:

  • Gutachterkosten: Ein Bausachverständiger kostet 500–1.500 €, kann aber vor teuren Fehlkäufen schützen.
  • Finanzierungskosten: Bereitstellungszinsen, Schätzgebühren der Bank.
  • Renovierungskosten: Oft unterschätzt, besonders bei Altbauten.
  • Umzugskosten: Je nach Entfernung und Volumen 1.000–5.000 €.
  • Faustregel: Planen Sie mindestens 10 % des Kaufpreises als Nebenkosten ein. Bei 250.000 € Kaufpreis sollten also mindestens 25.000 € Eigenkapital allein für die Nebenkosten vorhanden sein.

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