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Kapitalanlage 8 Min. Lesezeit

Mietrendite berechnen: So erkennen Sie ein lohnendes Investment

Bruttomietrendite, Nettomietrendite, Cashflow – wir erklären die wichtigsten Kennzahlen für Immobilieninvestoren und zeigen typische Fehler bei der Kalkulation.

Bruttomietrendite: Der erste Anhaltspunkt

Die Bruttomietrendite ist die einfachste Kennzahl: Jahreskaltmiete geteilt durch Kaufpreis mal 100. Sie gibt eine schnelle Orientierung, ob ein Objekt im marktüblichen Rahmen liegt. In Dresden bewegen sich attraktive Bruttomietrenditen aktuell zwischen 5 und 7 %. Aber Vorsicht: Die Bruttomietrendite berücksichtigt weder Kaufnebenkosten noch laufende Bewirtschaftungskosten – sie ist ein Screening-Tool, keine Entscheidungsgrundlage.

Nettomietrendite: Die ehrlichere Zahl

Die Nettomietrendite bezieht die nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten und die Kaufnebenkosten mit ein. Die Formel: (Jahresnettokaltmiete – nicht umlagefähige Kosten) / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100. In Sachsen liegen die Kaufnebenkosten bei ca. 8–10 % (Grunderwerbsteuer 5,5 %, Notar/Grundbuch ca. 2 %, ggf. Makler). Eine Nettomietrendite von 4–6 % gilt in Dresden als solide.

Cashflow: Was bleibt am Monatsende übrig?

Die entscheidende Frage für jeden Kapitalanleger: Bleibt nach Abzug von Kreditrate, Hausgeld (nicht umlagefähiger Anteil), Instandhaltungsrücklage und Verwaltungskosten noch etwas übrig? Ein positiver Cashflow bedeutet, dass sich die Immobilie selbst trägt – und idealerweise zusätzliches Einkommen generiert. Gerade bei niedrigem Eigenkapitaleinsatz kann der Cashflow zunächst negativ sein – das muss kalkuliert und tragbar sein.

Typische Fehler bei der Renditeberechnung

Die häufigsten Fehler:

  • Kaufnebenkosten ignorieren: Diese 8–10 % verschieben die reale Rendite erheblich.
  • Instandhaltung unterschätzen: Ältere Gebäude erfordern höhere Rücklagen. 1 € pro m² pro Monat ist ein Minimum.
  • Leerstandsrisiko ausblenden: Selbst in guten Lagen sollten Sie 2–4 % Leerstandsquote einplanen.
  • Mietsteigerungen zu optimistisch ansetzen: Mieterhöhungen sind durch den Mietspiegel und die Kappungsgrenze begrenzt.
  • Steuervorteile überbewerten: AfA und Zinsen sind steuerlich absetzbar, aber sie ersetzen keine solide Grundkalkulation.
  • Fazit: Rendite ist Handwerk, kein Bauchgefühl

    Eine saubere Renditeberechnung dauert 30 Minuten – und kann Sie vor einer Fehlentscheidung bewahren, die Jahrzehnte kostet. Nutzen Sie unseren Renditerechner als Ausgangspunkt, aber prüfen Sie jedes Objekt individuell. Eine gute Kapitalanlage erkennt man nicht am Hochglanz-Exposé, sondern an den Zahlen dahinter.

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