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Ratgeber 9 Min. Lesezeit

Energieausweis & GEG: Was Käufer und Verkäufer 2026 wissen müssen

Das Gebäudeenergiegesetz stellt neue Anforderungen. Wir erklären, welchen Energieausweis Sie brauchen und was das GEG für Ihren Immobilienkauf bedeutet.

Was ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG)?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) fasst seit 2020 die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinspargesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammen. Seit der Novelle 2024 enthält es verschärfte Anforderungen an Heizungssysteme: Neue Heizungen müssen schrittweise mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen. Für Käufer und Verkäufer hat das direkte Auswirkungen auf den Immobilienwert.

Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen:

  • Verbrauchsausweis: Basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre. Günstiger (ca. 50–100 €), aber abhängig vom Nutzerverhalten – sparsame Bewohner können den Wert verfälschen.
  • Bedarfsausweis: Basiert auf einer technischen Analyse der Gebäudehülle und Anlagentechnik. Teurer (ca. 300–500 €), aber objektiver und aussagekräftiger.
  • Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen und Baujahr vor 1977 (ohne nachträgliche Dämmung) ist der Bedarfsausweis Pflicht. Für alle anderen Gebäude kann frei gewählt werden.

    Pflichten beim Verkauf und bei Vermietung

    Verkäufer und Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, spätestens bei der Besichtigung einen gültigen Energieausweis vorzulegen. Die Energiekennwerte müssen bereits in der Immobilienanzeige angegeben werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 15.000 €. Der Energieausweis ist 10 Jahre gültig.

    Was bedeutet das GEG für den Immobilienwert?

    Gebäude mit schlechter Energieeffizienz (Klasse F, G oder H) verlieren zunehmend an Wert – Käufer kalkulieren die notwendigen Sanierungskosten ein. Umgekehrt steigt der Wert energetisch sanierter Objekte überproportional. In Dresden beobachten wir bereits eine wachsende Preisschere zwischen sanierten und unsanierten Beständen.

    Für Käufer heißt das: Prüfen Sie den Energieausweis genau und kalkulieren Sie mögliche Sanierungskosten (Heizungstausch, Dämmung) in Ihre Kaufentscheidung ein. Für Verkäufer: Eine energetische Sanierung vor dem Verkauf kann den erzielbaren Preis deutlich steigern.

    Fazit: Energieeffizienz wird zum Preisfaktor

    Das GEG ist kein bürokratisches Ärgernis, sondern verändert den Immobilienmarkt grundlegend. Wer heute kauft, sollte die Energieeffizienz als zentralen Bewertungsfaktor verstehen – nicht als Randnotiz im Exposé. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Energieberater unterstützen.

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